QuartierbetreuerIn gesucht!
Gleich für zwei Fledermausquartiere suchen wir Betreuer, die bereit sind, auf freiwilliger Basis sich für den Fledermausschutz einzusetzen. Quartierbetreuende sind nebst der jährlichen Erfassung und Beobachtung der Tiere insbesondere deshalb wichtig, weil sie die Schnittstelle zwischen Eigentümer und den kantonalen Fledermausschützenden bilden.
Nun werden für die Quartiere in der Kapelle Kleinteil bei Giswil und der Kirche St. Erhard im Urnerboden je eine Quartierbetreuende oder –betreuender gesucht. In der Kapelle Kleinteil kommt die Kleine Hufeisennase vor, im Urnerboden das Braune Langohr. Bei Interesse freuen wir uns von Ihnen zu hören!
Weitere Quartiere der Kleinen Hufeisennase im Kanton Obwalden gefunden
Dem Kanton Obwalden kommt für die Erhaltung und die Ausbreitung der Kleinen Hufeisennase eine besondere Rolle zu. Er bildet eines der drei letzten Gebiete, wo die Kleine Hufeisennase überleben konnte. Seit 1992 fördert der Kanton mit grossem Aufwand die Kleine Hufeisennase. Im Kanton Obwalden waren im 2015 18 Wochenstubenquartiere bekannt mit 2 bis 400 Tieren. Die meisten der bekannten Wochenstubenquartiere liegen alle rund um die drei Seen Lungernsee, Sarnersee und Alpnachersee. Jährlich werden neue Quartiere entdeckt. Ein Wochenstubenquartier wurde im 2012 denn auch in Alpnach entdeckt, wodurch das Verbreitungsgebiet der Kleinen Hufeisennase nochmals erheblich vergrössert wurde.

Den Fledermäusen auf der Spur
An einem Vormittag im April 2016 im Pfadiheim „Am Bärgli“ in Stans lernten 17 Fledermausinteressierte viel Spannendes über die Lebensweise dieser Nachtflatterer. Der Anlass richtete sich an Erwachsene und Kinder. Nach etwas Theorie wurden Fledermauskästen gebaut. Mit viel Elan schraubten und leimten die Teilnehmenden die 15 Kästen zusammen. Diese Kästen werden im Herbst mit den Teilnehmenden in der Nähe des Pfadiheims aufgehängt.

Fledermausinventar der Dachstöcke in öffentlichen Gebäuden des Kanton Uri
Einige Fledermausarten nutzen ungestörte Dachstöcke. Es sind dies vor allem seltene Arten wie das Grosse Mausohr, das Braune und das Alpenlangohr sowie die Kleine Hufeisennase. Letztere ist im Kanton Uri jedoch nicht nachgewiesen. Im 2015 wurde ein Inventar erstellt, welches einen Überblick über das Vorkommen von dachstockbewohnenden Fledermäusen in ausgewählten öffentlichen Gebäuden im Kanton Uri gibt. Durch die Angaben können besonders wertvolle Quartiere und Wochenstuben geschützt werden.
Ein Drittel der aufgesuchten Gebäude beherbergen aktuell Fledermäuse. In knapp der Hälfte dieser Gebäude konnten seltene und gefährdete Arten nachgewiesen werden. Interessant ist, dass einzig bei den Langohren eine räumliche Unterteilung sichtbar ist. Während das Alpenlangohr (Plecotus macrobullaris) vom Tessin herkommend bis Silenen sein Verbreitungsgebiet hat, kommt das Braune Langohr (Plecotus auritus) im nördlichen Teil des Kantons vor. Mischkolonien von Alpenlangohren und Braunen Langohren sind nicht auszuschliessen.
Die Arten wurden mittels einer DNA-Analyse bestimmt. Arten wie das Braune Langohr und das Alpenlangohr sind morphologisch sehr ähnlich. Einzig eine sorgfältige DNA-Analyse liess zu, eine korrekte Aussage über die Art machen zu können. Die Untersuchung ergab das erfreuliche Ergebnis, dass zusammen mit den bisherigen Kenntnissen neun wertvolle Quartiere oder Wochenstuben vom Alpenlangohr, Braunen Langohr, Grossen Mausohr und vom Kleinen Mausohr im Kanton Uri nachgewiesen werden konnten.